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Insomnia

unregistriert

1

Dienstag, 13. Juni 2017, 12:59

Ptbs?

Hallo,

Ende 2014 hab ich ein wirklich traumatisches erlebnis durchgemacht und...also, in den ersten monaten danach ging es mir...sehr schlecht, ich hatte psychosenähnliche zustände, z.b. hab ich mein gesicht nicht mehr erkannt... Dann hab ich 2 jahre lang einfach ALLES verdrängt und nun, seit ein paar monaten...merk ich dass...irgendwas mit mir nicht stimmt... Ich versuche mal die symptome so kurz wie möglich zusammenfassen:
- massive schlafstörungen
- überreiztheit
- ständige angst und ständiges ausschauhalten nach gefahren wenn ich draußen bin
- isolation bzw. starker rückzug
- heulanfälle, teilw. unmotiviert
- niedergeschlagenheit
- immer wieder kommen mir erinnerungsfetzen des erlebnisses unter die ich weder kontrollieren noch sofort wegdrücken kann
- albträume
- ständige nervosität und körperliche unruhe
- schweißausbrüche wenn ich draußen bin
- körperliche symptome wie extreme schwächezustände (kann mich dann wirklich kaum noch auf den beinen halten), zittern, extreme rückenschmerzen, muskelverspannungen bis hin zur steifheit, kurzatmigkeit, herzrasen etc.pp
- schwindel bis hin zur ohnmacht
- latente gedanken dass ich mir das leben nehmen könnte...

Vll würd mir noch mehr einfallen wenn ich länger überlegen würd, und nun also...ich hab dann gestern mal gegoogelt und...so einen selbsttest gemacht...bei dem kam raus dass ich mit hoher wahrscheinlichkeit ptbs habe...ich bin total verzweifelt und weiß nicht was ich nun tun soll...ich trau mich nicht zum arzt zu gehen...wenn ich zum hausarzt geh schickt mich der doch einfach zum psychiater und der pumpt mich dann zu mit lauter zeugs und ich werd zum lebenden zombie der sich kaum noch aufraffen kann...eine psychotherapie steht an, allerdings werde ich da noch ein paar monate warten müssen bis ich einen platz kriege...mein gott, ich weiß nicht mal genau was ich mir davon erwarte hier zu posten...

Wie verlief denn bei euch die erstdiagnose? Wurdet ihr getestet oder wurde die ptbs nur durch ein arztgespräch festgestellt?

Grüße,
Insomnia

tinak

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  • »tinak« ist weiblich

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Dienstag, 13. Juni 2017, 15:30

Hallo Insomnia!

Deine Sorge, Du könntest von Ärzten und/oder einem Psychiater mit Medis vollgestopft werden, kann ich verstehen, ist aber unnötig. Du kannst immer mitbestimmen. Und wenn Du nicht möchtest, dann brauchst Du auch nichts nehmen.

Eine richtige Diagnose kann Dir nur ein Fachmann geben. Die Symptome die Du aufzählst, kommen bei PTBS vor - aber da hattest Du ja selber schon nachgeforscht.
Du sagtest, dass eine Therapie ansteht; weißt Du welche Ausbildungen und/oder Behandlungen dieser Therapeut anbietet? Zudem könntest Du, wenn Du bei ihm schon auf der Warteliste stehst, noch einmal Kontakt zu ihm aufnehmen, ihm Deine schwierige jetzige Situation beschreiben (das alles gerade schlimmer wird und Du nicht mehr weißt, was Du machen sollst) und ihn fragen, ob er Dir vielleicht sogenannte Notfallstunden anbieten kann. Was auch in Warte/Übergangszeiten helfen könnte ist der jeweilige psychosoziale Dienst Deiner Stadt (gib dazu Deine Stadt und die Wörter 'psychosozialer Dienst' bei google ein).


Ich selber bin über den Umweg Magersucht zu einer Traumatherapie und der Diagnose kPTBS gekommen. Oft bekommt man dann noch Nebendiagnosen da man Ängste oder Depressionen entwickelt.
Ich hoffe, dass Du einen guten Th erwischt hast, der Dir helfen kann.

Liebe Grüße
tina
Signatur von »tinak«
Ich bin nicht Ich.
Ich bin jener, der an meiner Seite geht, ohne dass ich ihn erblicke.
Und den ich oft besuche. Und den ich oft vergesse.
Jener, der ruhig schweigt, wenn ich spreche,
der sanftmütig verzeiht, wenn ich hasse,
der umherschweift, wo ich nicht bin,
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JUAN RAMON JIMENEZ

Idefix

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Dienstag, 13. Juni 2017, 15:36

Hallo Insomina,
Als erstes möchte ich dir die Angst nehmen das du mit irgendwelchen Medikamenten voll gepumpt wirst. Ich hab von Anfang an jedem Arzt gesagt das ich keine Medikamente nehmen möchte um besser heraus zu finden was mit mir los ist. Das ist übrigens dein gutes Recht. Das eine Psychotherapie im Raum steht ist schon mal gut. Du solltest zum Hausarzt gehen, wenn du das Gefühl hast, das du so wie es dir jetzt geht nicht arbeiten kannst oder sofort Hilfe brauchst. Bei mir war es kein einmaliges Erlebnis das zur Ptbs führt. Ich würde die Diagnose auch einem Fachmann überlassen anstatt sich selbst diagnostizieren.
Was kannst du selbst machen.
Alles wo du das Gefühl hast das es dir gut tut.
Wenn dir nach einem Tee oder Kaffee ist, dann mach dir einen. Magst Du spazieren gehen dann mach das. Ist dir danach ins Bett oder auf die Couch zu gehen. Dann mach es. Du solltest dabei drauf achten das du es nicht zu lange machst. Dich nicht zu sehr zurück ziehst.
Versuch dir gutes zu tun.
Da fällt mir noch ein, das ich mich von meinem Hausarzt in eine Institutambulanz überweise hab lassen. Dort gibt es Therapeuten die genau wissen wie es am besten bei dir weiter gehen kann.
Gruß Idefix :cat:
Signatur von »Idefix« Der Weg ist das Ziel :bounce:

Insomnia

unregistriert

4

Mittwoch, 14. Juni 2017, 00:33

Ptbs?

Hallo,

erstmal danke für eure schnellen antworten. Ich hab mir jetzt überlegt morgen mal zu meiner hausärztin zu gehen und ihr nur zu sagen was da bei diesem selbsttest rauskam und dass ich mich beim durchlesen der symptome einer ptbs sehr stark wiedergefunden hab und die wird dann schon wissen was die erste anlaufstelle ist denke ich. So kanns auf jeden fall nicht weiter gehen. Ich hab nur so riesenangst dass mich keiner ernst nimmt; ich hatte letztes jahr einen sehr langen aufenthalt auf ner psych und da hieß es ich wäre hysterisch und depressiv. Ich hab die ganze zeit dort zu den ärzten gesagt dass ich mich traumatisiert fühle und mich so wie ich mich verändert hab nicht mehr wieder erkenne. Das wurde aber komplett negiert und eben auf meine angebliche hysterie geschoben. Und eben daher resultiert auch meine angst nur vollgestopft zu werden denn die haben mir dort schwere antipsychotika gegeben damit ich schlafen kann. Ich hab dann aber alles wieder abgesetzt außer dem antidepressivum das aber iwie nix bringt... Ich nehms halt dennoch, weil ich mir denke dass es vll ohne NOCH unerträglicher wär...So, und ich war aber vor dem erlebenis KEINE hysterikerin. Ich bin es aber geworden seitdem das passiert ist. Mich regt einfach ALLES was nicht sofort hinhaut auf und ALLES macht mir angst, ich hatte noch nie in meinem leben so viel angst... Oh gott, ich hab horror davor morgen da hin zu gehen...

Naja, ich hab wohl sowieso keine wahl.
Grüße und gute nacht,
Insomnia

Insomnia

unregistriert

5

Mittwoch, 14. Juni 2017, 00:39

Ptbs?

Äh sorry ich bin ein wenig durchn wind und hab schwierigkeiten mich zu konzentrieren. Also, das sind keine traumatherapeuten dort, so viel weiß ich. Da die therapie aber kostenfrei ist und ich am existenzminimum lebe, ist das für mich die einzige möglichkeit therapie zu machen. Und was ich weiß sind die dort aber zumindesz spezialisiert auf Menschen die dasselbe erlebt haben wie ich. Bitte nicht genauer nachfragen, ich kann da nicht drüber reden. Also, ja, das wird schon passen dort hoffe ich... Weiß nur noch nicht wie lang das noch dauern wird, bin erst seit gestern dort angemeldet und ich hab der kontaktperson dort schon gesagt dass es sehr dringend ist und auch meine situation schonungslos geschildert.

So, jetzt nehm ich wohl doch lieber noch ne schlaftablette sonst schaff ichs morgen nicht rechtzeitig zum arzt...

Lg

Liam

Betroffene(r)

  • »Liam« ist männlich

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Registrierungsdatum: 23. März 2015

Wohnort: Süddeutschland

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6

Mittwoch, 14. Juni 2017, 17:06

Du bist doch krankenversichert, oder nicht? Deine Kasse übernimmt die Kosten einer Traumatherapie, sofern die Diagnose steht. Dir hilft keine Therapie, die nicht Deine Grunderkrankung behandelt.
Signatur von »Liam«
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